Angststörung als Auslöser

AngststörungPsychische Störungen, die sich durch eine übermäßige Angst auszeichnen, werden als Angststörungen bezeichnet. Hierzu gehören zum einen Störungen, bei der eine konkrete Furcht vor einer bestimmten Situation oder einem Objekt besteht (Phobie). Andererseits gibt es Angststörungen mit einer übertriebenen unspezifischen Angst, die situationsunabhängig auftritt und sich teilweise in Panikattacken äußert. Oft gehen die Symptome einer Angststörung mit einer Depression einher.

Angststörungen: Symptome, Ursachen und Behandlungen

Alle Angststörungen zeigen ähnliche Symptome, die Ausdruck des körperlichen und psychischen Angsterlebens sind. Hierzu gehören ein beschleunigter Pulsschlags und Herzklopfen, Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Schmerzen und Beklemmungsgefühle im Brustbereich, Mundtrockenheit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Patienten beschreiben das erlebte Gefühl als Todesangst und berichten von Unwirklichkeitsgefühlen und dem Gefühl des Kontrollverlusts.

Die Ursachen einer Angststörung sind bislang noch nicht eindeutig geklärt. Aktuell gibt es verschiedene Erklärungsansätze, die auf unterschiedlichen psychologischen und medizinischen Konzepten basieren. Die meisten Experten gehen davon aus, dass viele Faktoren zur Entstehung von Angststörungen beitragen. Besonders wichtig scheinen genetische, neurobiologische und psychische Faktoren zu sein. Manche Menschen sind – genetisch bedingt – besonders anfällig für die Entwicklung einer Angsterkrankung sind.

Unabhängig davon gibt es verschiedene Auslöser, die dazu führen können, dass sich eine Angststörung entwickelt. Hierzu gehören unter anderem belastende Lebensereignisse, akuter oder chronischer Stress. Oft manifestiert sich die Störung erst, weil Patienten die angstauslösenden Situationen vermeiden und die Ängste damit ungewollt aufrechterhalten. Es entsteht ein Teufelskreis, der die Angstsymptomatik immer weiter verstärkt.

Behandlungsmethoden von Angststörungen sind die Pharmakotherapie und die Psychotherapie. Zu den häufigsten verschriebenen Medikamenten bei Angststörungen gehören angstlösende Arzneimittel wie Benzodiazepine, Neuroleptika oder verschiedene Antidepressiva.

Auch bei der Psychotherapie gibt es verschiedene Ansätze, um Angststörungen zu behandeln. Die drei bekanntesten Therapiearten sind die (kognitive) Verhaltenstherapie, psychoanalytische und tiefenpsychologische Therapien sowie unterschiedliche Entspannungsverfahren. Neben der Pharmako- und Psychotherapie kann Sport und die Teilnahme an Selbsthilfegruppen die Behandlung unterstützen.

Angststörung als Auslöser für eine Depression?

Es gibt Patienten, die sowohl unter einer Angststörung als auch unter einer Depression leiden. Welche der beiden Erkrankungen zuerst da war und die andere Erkrankung ausgelöst hat, lässt sich nicht pauschal für alle Patienten beantworten. Die Angststörung kann ebenso Auslöser für die Depression sein wie umgekehrt.

Eine typische Entwicklung von der Angsterkrankung zu einer zusätzlichen Depression kann damit beginnen, dass die Angststörung nicht als solche erkannt wird. Die Betroffenen erleben unspezifische physische Symptome wie Herzrasen oder Schweißausbrüche und können diese nicht zuordnen. Nicht selten kommt es vor, dass auch viele Ärzte die Angststörung nicht erkennen, weil sie keine organischen Ursachen finden. Für die Patienten ist dies eine große Belastung, da sie sich hilflos und unverstanden, minderwertig und schwach fühlen. Bleibt dieser Zustand über einen längeren Zeitraum erhalten, kann sich daraus eine Depression entwickeln.

Eine solche Kombination aus Angststörung und Depression bezeichnen Mediziner und Psychologen nach dem Internationalen Klassifikationssystem ICD-10 als “Angst und depressive Störung, gemischt”.

Behandlung einer durch eine Angststörung verursachten Depression

Angststörungen und Depressionen treten manchmal gemeinsam auf, wobei die Angststörung die Depression ausgelöst haben kann. Wenn Sie an beiden Erkrankungen leiden, ist es bei der Behandlung wichtig, das Augenmerk der Behandlung auf die Kombination der beiden Störungen zu richten. Dabei ist es von großer Bedeutung, die jeweils aufrechterhaltenden oder verstärkenden Faktoren zu identifizieren. Der Erfolg der Therapie hängt in großem Maße davon ab, bei der Behandlung beide Erkrankungen zu berücksichtigen.

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