Auswahl der Klinik

Auswahl der KlinikWenn Sie an einer Depression leiden, ist es ein großer und wichtiger Schritt, sich für die Behandlung in einer Klinik zu entscheiden. Wenden Sie sich zunächst an einen Arzt, der die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten mit Ihnen bespricht und die am besten für Sie geeignete mit Ihnen auswählt.

Haben Sie sich für einen Klinikaufenthalt entschieden, kann der einweisende Arzt den Kontakt herstellen und die Formalitäten mit Ihnen regeln. Lassen Sie sich gegebenenfalls ein Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder eine Krankschreibung ausstellen und sorgen Sie dafür, dass für Kinder, Haustiere etc. gesorgt ist und jemand in Ihrer Wohnung nach dem Rechten sieht.

Nehmen Sie in die Klinik auch alle verfügbaren Unterlagen zu vorhergehenden Behandlungen und zu Ihrer Medikation mit.

Ob Sie sich in einer Klinik, einer Tagesklinik oder in einer Psychiatrie behandeln lassen, hängt von der Art Ihrer Probleme und der Dringlichkeit Ihres Falles ab. Da diagnostizierte Depressionen “Krankheitswert” besitzen, werden in der Regel alle Kosten der Behandlung von der Krankenkasse übernommen.

Hier erfahren Sie die wesentlichen Unterschiede der Therapien.

Psychiatrische Klinik

In einer psychiatrischen Klinik findet zunächst ein Aufnahmegespräch statt, in dem Ihre Vorgeschichte, die Art Ihrer Erkrankung und die beste Therapiemöglichkeit besprochen werden. Ein stationärer Klinikaufenthalt ist vor allem bei schweren Depressionen und erhöhter Eigengefährdung, zum Beispiel bei konkreten Selbstmordgedanken, notwendig. Außerdem können in einer Klinik oft Therapien angeboten werden, die bei einem Psychiater vor Ort nicht möglich sind.

Die Akuttherapie beginnt in einer akuten Krankheitsphase und dauert so lange, bis die Phase abgeklungen ist, in der Regel vier bis acht Wochen.

Der Vorteil ist, dass Sie in einer Klinik rund um die Uhr betreut werden und immer einen Ansprechpartner haben. Die Intensität der Behandlung ist dementsprechend sehr hoch. Der Einsatz von Medikamenten, wie zum Beispiel Antidepressiva, gehören fast immer zum Klinikaufenthalt.

Das Ziel der Behandlung ist zunächst die Reduktion der akuten Symptome.

Tagesklinik

Für Patienten, die so weit stabil sind, dass sie die Nächte und Wochenenden zu Hause verbringen können, besteht die Möglichkeit zur Behandlung in einer Tagesklinik. Ein stationärer Klinikaufenthalt ist nicht unbedingt notwendig. Die Behandlung dauert dann etwa vier bis acht Wochen.

Wird der Aufenthalt in einer Tagesklinik an die stationäre Behandlung zur Stabilisierung angeschlossen, werden meist zwei bis vier Wochen eingeplant.

Ziel der Erhaltungstherapie ist, die Patienten so zu stabilisieren, dass es in den nächsten Monaten zu keinem Rückfall mehr kommt und der Patient in den Alltag zurückkehren kann.

Psychosomatische Klinik

Das therapeutische Angebot in einer psychosomatischen Klinik widmet sich den psychischen und körperlichen Beschwerden gleichermaßen. Den Schwerpunkt der psychosomatischen Krankenhausbehandlung bildet die Psychotherapie, die sowohl im Einzelgespräch als auch in Gruppen stattfindet. Hinzu kommen viele weitere ergänzende Therapien wie Kunsttherapie, Bewegungstherapie, das Training von Entspannungsverfahren und sportliche Angebote. Die Behandlungspläne können individuell auf den Patienten zugeschnitten werden, sodass jeder Patient bestmöglich von der Behandlung profitiert. Eine medikamentöse Behandlung durch einen Psychiater vor Ort gehört, abhängig vom Beschwerdebild des Patienten, oft auch zu einer psychosomatischen Behandlung.

Im Gegensatz zu Fachkliniken für Psychiatrie werden in Psychosomatischen Kliniken keine lebensbedrohlichen Notfälle behandelt. Das heißt, dass z. B. Menschen mit akuter Suizidgefahr, dort nicht behandelt werden können.

Die Aufnahme in Psychosomatischen Kliniken erfolgt in der Regel nach einem Gespräch in der Ambulanz der Klinik oder nach einem telefonischen Gespräch, wenn die Klinik zu weit vom eigenen Wohnort entfernt ist. Ist eine stationäre psychosomatische Behandlung notwendig, wird vom Ambulanzgespräch ausgehend die stationäre Aufnahme geplant, der jedoch meist eine Wartezeit voraus geht. Für die stationäre Behandlung wird meist eine Zeit von vier bis zwölf Wochen eingeplant.

Ziel des Aufenthalts in einer psychosomatischen Klinik ist die Reduktion der akuten Symptome, aber auch die Mitgabe neu erlernter Handlungsweisen und die Steigerung von positiver Stimmung und Aktivitäten.

Fazit

Ob ein Klinikaufenthalt notwendig ist, muss je nach Fall individuell entschieden werden. Diese Entscheidung sollte stets von einem entsprechend ausgebildeten Arzt in Einvernehmen mit dem Patienten getroffen werden.

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