Biologische Ursachen

Biologische UrsachenWenn eine Depression diagnostiziert wurde, findet der betroffene Patient oft keine plausible Erklärung für die Erkrankung. Bisher ist es weder Wissenschaft noch Forschung gelungen einen konkreten Auslöser für die Erkrankung zu ermitteln. Vielmehr geht die moderne Medizin heute davon aus, dass bei der Entstehung einer Depression mehrere Elemente zusammenwirken. Dabei spielen unter anderem die genetische Veranlagung des Patienten sowie bestimmte biologische Faktoren eine entscheidende Rolle.

Prävalenz der Depression

Die medizinische Forschung sieht die Entstehung von Depressionen als Phänomen unserer neuen Zeit. Sie geht davon aus, dass allein in Deutschland 25 Prozent der weiblichen Bevölkerung und rund 15 Prozent der Männer an einer Depression leiden. Etwa 10 bis 15 Prozent davon sind, vor allem bei nicht eingeleiteter Therapie, suizidgefährdet.

Faktoren die eine Depression verursachen

Früher wurde in der Medizin die Auffassung vertreten, Depressionen würden entweder auf endogene (körperliche) oder psychogene Gründe basieren. Heute hingegen scheint erwiesen, dass die psychische Erkrankung bei besonders disponierten Patienten am ehesten durch multifunktionale Faktoren entsteht.

So konnte mittels Familienstudien nachgewiesen werden, dass erbliche Faktoren depressive Erkrankungen verursachen können. Das Erkrankungsrisiko bei Kindern, bei denen ein Elternteil an einer Depression erkrankt sind/waren, liegt bei 10 Prozent, bei einer manisch-depressiven Erkrankung sogar bei bis zu 20 Prozent. Sind beide Elternteile betroffen, beträgt das Risiko an einer Depression zu erkranken bei 50 bis 60 Prozent.

Biologische Faktoren für die Entstehung einer Depression

Auch biologische Faktoren können eine Depression auslösen. Dabei handelt es sich in der Regel um ein Ungleichgewicht im sogenannten Neurotransmitter-Haushalt. Neurotransmitter sind Botenstoffe, wie Serotonin und Noradrenalin, die für die Weiterleitung von Nervenimpulsen zuständig sind.

Bei neurologischen Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass diese Transmitter bei depressiven Patienten nur reduziert vorhanden sind. Daher muss durch die Vergabe entsprechender Medikamente das Aufkommen von Serotonin und Noradrenalin wieder in den Normbereich gebracht werden.

Hormonelle Veränderungen als biologische Faktoren

Zu den anerkannten biologischen Faktoren gehört auch ein veränderter Hormonhaushalt. Daher leiden insbesondere Frauen in den Wechseljahren besonders häufig an einer durch biologische Faktoren verursachten Depression. Ebenso können Schwangerschaftsdepressionen auf biologische Faktoren zurückgeführt werden.

Therapieansätze

Egal ob biologische Faktoren oder eine genetische Veranlagung den Ausschlag gegeben haben, Depressionen sind verhältnismäßig gut therapierbar. Dabei verläuft die Therapie meist in zwei Stufen:

  • Stufe 1: Medizinische Maßnahmen
  • Stufe 2: Psychotherapeutische Therapie

Da die meisten Depressionen sowohl auf biologischen Faktoren als auch auf psychologischen Ursachen basieren, wird häufig eine Kombination der beiden therapeutischen Maßnahmen durchgeführt. Welche Behandlung die passende ist, muss der Arzt nach eingehender Untersuchung des Patienten entscheiden.

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