Depressionen bei Kindern

Depressionen bei Kindern und JugendlichenIn der Regel denkt kaum einer beim Stichwort “Depression” an Kinder und Heranwachsende, sondern erst einmal an erwachsene Menschen. Leider jedoch ist es eine traurige Tatsache, dass in Deutschland Depressionen bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren stark zugenommen haben. Da helfen auch keine Appelle wie “Sei doch mal ein wenig fröhlicher” oder “Hab dich nicht so”. Diese gut gemeinten Aufmunterungen beweisen lediglich, dass das Leiden bei jungen Menschen stark unterschätzt wird, denn zwei bis vier Prozent aller Grundschulkinder und die alarmierende Zahl von 14 Prozent deutscher Jugendlicher sind von dieser Krankheit betroffen.

Depressionen: Lange Zeit galten sie ausschließlich als eine Krankheit für Erwachsene

Sicherlich kennen Sie Phasen, in denen Kinder und Jugendliche oft müde, traurig, unkonzentriert und schnell gereizt sind. Diese Stimmungstiefs sind nicht selten. Sollte jedoch diese Periode länger anhalten, so ist Aufmerksamkeit gefordert, denn dahinter könnte eine Depression stecken. Falls sie nämlich nicht erkannt wird, kann das auf Dauer für die Entwicklung des jungen Menschen schwerwiegende Folgen haben. Das Verhältnis von Mädchen und Jungen ist ungefähr gleich, jedoch leiden ab dem Jugendalter an dieser Krankheit doppelt so viele Mädchen wie Jungen. In der Regel ist für das Leiden, genau wie bei Erwachsenen, nicht nur eine Ursache, sondern ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren verantwortlich.

Diese können folgende Gegebenheiten sein:

  • Bindungsstörungen, Traumata oder andere negative frühkindliche Erfahrungen
  • Missbrauch oder Scheidung der Eltern sowie generell belastende Lebensereignisse
  • Genetische beziehungsweise biologische Faktoren, denn Kinder, deren Mutter oder Vater an Depressionen erkrankt sind, haben ein dreimal so hohes Risiko, selbst daran zu erkranken.
  • Streit der Eltern untereinander und/oder ständiger Streit mit den Eltern
  • Überforderung in der Schule, eigene Misserfolge, genereller Leistungsdruck
  • Liebeskummer, Mobbing, Kontaktschwierigkeiten und andere Komplikation im sozialen Umfeld

Natürlich wird längst nicht jeder Jugendlich oder jedes Kind depressiv, wenn es gilt, einschneidende Erlebnisse zu bewältigen. Wichtige Komponenten sind ein stabiles Familienverhältnis, ein guter Freundeskreis, sowie ein solides Selbstvertrauen, Optimismus und nicht zuletzt Konfliktfähigkeit.

Entscheidende Signale von Depressionen bei Kindern

Es sind nicht nur die Äußerlichkeiten, wie Hoffnungslosigkeit, Melancholie oder Traurigkeit, die auf eine Depression hinweisen können. Denn bei Kindern und Heranwachsenden kann sie sich ebenfalls hinter körperlichen Symptomen, wie beispielsweise chronischen Bauch- und Kopfschmerzen, Aggressionen und starker Unruhe verbergen. Ebenso haben das jeweilige Entwicklungsstadium und das Alter bezüglich der Auswirkung einer Depression bei Kindern eine große Bedeutung.

Warum es häufig schwer ist, Depressionen bei Kindern zu erkennen

Die Problematik liegt selbst für Experten darin, dass die Symptome zum Teil eine große Ähnlichkeit mit entwicklungsbedingten und somit normalen Verhaltensmustern bei Kindern haben. Entscheidend für die Beantwortung der Frage, ob im jeweiligen Fall eine Depression vorliegen könnte, ist die Länge des Zeitraums, in der diese Symptome auftreten. Während entwicklungsbedingte Perioden in der Regel nach ein bis zwei Wochen sozusagen “von selbst” wieder verschwinden, können sich depressive Beschwerden über Wochen oder sogar Monate hinziehen.

Was können Sie, als Eltern, für Ihr Kind in einem solchen Fall tun?

Ihr Schützling muss erleben, dass Sie Respekt vor seiner Würde, seinen Gefühlen und seiner Privatsphäre haben, denn Sie tragen entscheidend zu seinem stabilen Selbstwertgefühl bei. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, die Entwicklung einer gesunden Beziehung zu sich selbst zu fördern und die eigene Entfaltung der Willens- und Urteilskraft des Kindes zu unterstützen. Nehmen Sie auf jeden Fall seine Gedanken und Ängste ernst. Erkennen Sie die Leistungen ihres Kindes an und belohnen sie diese. Falls sich Ihr Sprössling in einer Krise befindet, ist es hilfreich, sie gemeinsam zu bewältigen, indem Sie Hilfestellungen anbieten und auf diese Weise gemeinsam nach einer Lösung suchen. Natürlich ist auch die begleitende Konsultation eines Spezialisten immer die richtige Wahl.

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