Depressionsformen

  • DepressionsformenMajor Depression

Der Begriff Major Depression bezeichnet die klassische Form einer Depression. Diese Form der Depression geht aus dem „Inneren“ hervor, hat aber keine nachweisbare organischen Ursache. Auslöser der Erkrankung können belastende Ereignisse und Lebenssituationen sein, die die Betroffenen in tiefe Trauer und Hoffnungslosigkeit versetzen. Als eine der Ursachen der Major Depression lassen sich aber oft nur erbliche Vorbelastungen finden. Die Forschung spekuliert, dass auch bestimmte Stoffwechselstörungen, die das Zentrale Nervensystem betreffen, mitverantwortlich für die Major Depression sind.

Die Hauptsymptome einer Major Depression sind Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Interessenlosigkeit. Oft kommen noch ein stark vermindertes Selbstwertgefühl, fehlende Konzentrationsfähigkeit und körperliche Symptome sowie Schlafstörungen hinzu. Die Betroffenen können nur noch selten ihren normalen Alltagsaktivitäten nachgehen und isolieren sich immer weiter von ihrer Umwelt.

Eine Major Depression verläuft häufig phasenweise, sodass sich unerwartete Episoden tiefster Niedergeschlagenheit und beschwerdefreie Zeiten abwechseln. Die wiederkehrenden depressiven Episoden einer Major Depression weisen ein besonders schweres Beschwerdebild auf und das Suizidrisiko bei dieser Form der Depression liegt bei 15 %.

  • Rezidivierende depressive Störung

Bei einer rezidivierenden depressiven Störung treten die depressiven Episoden über Jahre hinweg immer wieder erneut auf. Im Durchschnitt leiden Betroffene einer rezidivierenden depressiven Störung alle 5 Jahre an einer Depression. Die Abstände der depressiven Episoden können jedoch auch kürzer oder länger ausfallen. Ausschlaggebend für die Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung ist die vollständige Genesung zwischen den krankhaften Episoden.

depression_grafik_smallDie depressiven Episoden können in den drei unterschiedlichen Schweregraden, leichte, mittelschwere und schwere Depression vorliegen. Ungefähr die Hälfte aller Menschen, die erstmals eine Depression entwickelt haben, erleiden in den folgenden Jahren erneut eine depressive Phase.

  • Dysthymie

Eine Dythymie gleicht in ihren Symptomen jeder anderen depressiven Erkrankung, jedoch sind die Symptome weniger heftig und nur selten kommt es zur Somatisierung. Niedergeschlagenheit, Ängste und starke Selbstzweifel müssen über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren auftreten, um von einer dysthymen Störung zu sprechen. Diese chronische Form der Depression zeichnet sich nicht durch ihre Heftigkeit aus, sondern durch die lange Dauer der Symptome, die die Betroffenen zermürbt und oftmals resignieren lässt.

  • Bipolare Störung

Bei einer bipolaren Störung wechseln sich depressive und manische Phasen unregelmäßig ab. In den depressiven Phasen unterscheidet sich die Erkrankung nicht von einer Major Depression. Die Betroffenen sind niedergeschlagen, antriebslos und empfinden eine große Hoffnungslosigkeit.

In der Manie wechselt die Stimmung schlagartig und die Erkrankten sind voller Tatendrang, kreativ und höchst überzeugt von sich selbst. Die manische Phase ist ein absoluter Gegenpol zu der depressiven Phase. Die Betroffenen selbst erkennen ihre, in der Manie auftretende, Selbstüberschätzung nur selten, verlieren die Kontrolle und sind höchstgradig suizidgefährdet.

Unter einer Zyklothymie versteht man eine abgeschwächte Form der bipolaren Störung. Leicht gehobene Stimmung und depressive Phasen wechseln sich ständig ab. Die Betroffenen nehmen die Stimmungschwankungen nur selten wahr, Angehörige wundern sich aber oft über die Verhaltensänderungen .

  • Saisonal bedingte Depression

Die Saisonale Depression bezeichnet Erkrankungen, die ausschließlich zu bestimmten Jahreszeiten auftreten. Man spricht beispielsweise von einer Herbst- oder Winterdepression. Die Betroffenen weisen Symptome einer Major Depression auf. Beim erstmaligen Auftreten einer Depression in den Wintermonaten ist es deshalb auch schwierig, die Saisonale Depression zu diagnostizieren.

Saisonal bedingte Depressionen entwickeln sich durch das fehlende Tageslicht an den dunklen und kurzen Tagen in Herbst und Winter. Sobald die Tage im Frühling wieder heller und länger werden, tritt eine starke Verbesserung, bis hin zur Genesung auf.

  • Wochenbettdepression

Als Wochenbettdepression oder postnatale Depression bezeichnet man eine Form der Depression, die bei vielen Müttern nach der Geburt auftritt. Die Niedergeschlagenheit und die Stimmungsschwankungen können so stark sein, dass es der Mutter schwerfällt, sich um ihr Kind zu kümmern. Die Erkrankung unterscheidet sich in ihren Symptomen dann kaum mehr von einer Major Depression und eine Behandlung ist zwingend notwendig.

Nicht selten sind die Mütter nicht nur im Alltag eingeschränkt, sondern können auch keine Beziehung zu ihrem Kind aufbauen. Daraufhin verstärken sich Schuldgefühle und Selbstvorwürfe, die die Depression wiederum verstärken.

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