Ergänzende Therapien

Ergänzende TherapienBei einer Depression ist das Mittel der ersten Wahl eine Gesprächstherapie. In vielen Fällen reicht das aber nicht aus, denn der Zugang zu verschlossenen, depressiven Menschen ist nicht immer leicht zu finden. Hilfreich können dabei ergänzende Therapien sein. Diese ermöglichen einen anderen Zugang zur Innenwelt des Patienten.

Lichttherapie

Ergänzende Therapien bei Depressionen, wie Lichttherapie, setzen Ärzte und Psychiater oft bei Erkrankungen ein, die einem saisonalem Muster unterliegen. Seit langem ist bekannt, dass es im Winter mehr Depressionen als im Sommer gibt. Manche Ärzte wenden zwar die Lichttherapie auch außerhalb dieser Einschränkung an, über die Wirksamkeit gibt es aber bislang zu wenig gesicherte Erkenntnisse.

Der Patient benutzt eine Tageslichtlampe und wendet die Therapie am besten nach dem Erwachen an. Er sitzt am 50 Zentimeter von der Lichtquelle entfernt und muss darauf achtgeben, dass das Licht auf seine Netzhaut fällt. Vermutlich stört das Licht die Bildung von Melatonin, das für eine schlechte Stimmung verantwortlich gemacht wird. Ergänzende Therapieformen führen meist Psychotherapeuten durch, aber auch viele Heilpraktiker nutzen diese Methode.

Magnetresonanztherapie

Ergänzende Therapieformen, wie die Magnetresonanztherapie, sind auch bei Depressionen wirksam. Das Gehirn sendet elektrische Impulse aus, die der Mediziner bei dem sogenannten EEG messen kann. Elektrische Strömungen erzeugen Magnetfelder. Der Mediziner setzt den Patienten einem Magnetfeld aus. Dadurch entstehen in den Zellen elektrische Spannungen, welche Vorgänge an den Zellmembranen beeinflussen.

Studien zeigten, dass die Magnetresonanztherapie bei vielen Patienten eine stimmungsaufhellende Wirkung hatte. Nebenwirkungen traten nicht auf, allerdings ist die Behandlung von Patienten mit einem Herzschrittmacher nicht geeignet.

Elektrokrampftherapie

Wenn der behandelte Arzt auf der Suche nach ergänzende Therapieformen ist und die Elektrokrampftherapie vorschlägt, dann ist die Depression meist besonders stark. Der Patient bekommt unter Kurznarkose kurze Stromimpulse. Diese lösen einen Krampfanfall aus, der von den Patienten nicht wahrgenommen wird. Der Anfall sollte dabei mindestens 300 Sekunden dauern.

Wichtig ist, dass immer ein Anästhesist anwesend ist und der Arzt den Patienten mit Sauerstoff beatmet. Die Behandlung dauert normalerweise zwei bis drei Tage, in denen zwischen acht und zwölf Behandlungen erfolgen. Mediziner führen die Wirksamkeit der Krampfanfälle auf die Ausschüttung von Neurotransmittern zurück, die ähnlich wie Antidepressiva wirken und die Übertragung der “Glückshormone” Serotonin, Noradrenalin und Dopamin normalisiert. Als Nebenwirkungen treten häufig Gedächtnisstörungen auf.

Kostenübernahme ergänzender Therapieverfahren

Ergänzende Therapien bei Depressionen bezahlt die Krankenkasse häufig nicht, das gilt vor allem bei Lichttherapie und bei Magnetresonanztherapie. Wer also einen Heilpraktiker oder einen stationären Psychotherapeuten aufsucht, der hat bei ergänzende Therapien häufig Pech.

Anders sieht es eventuell bei einem Klinikaufenthalt auf. Wenn dort der Arzt ergänzende Therapien anwendet, kann er diese unter Umständen mit der Krankenkasse abrechnen. Es gibt einige ergänzende Therapien, die nur im Krankenhaus durchgeführt werden können, wie die Elektrokrampftherapie. Dieses Verfahren wenden Ärzte ohnehin nur an, wenn sie keine andere Möglichkeit der Heilung sehen. In den meisten Fällen ist bei dieser Behandlung die Kostenübernahme gesichert.

Fazit

Ergänzende Therapien bei Depressionen wenden Ärzte an, wenn sie einen anderen Zugang zu den Patienten suchen, da sie ihn durch normale Gespräche nicht erreichen. Diese Möglichkeiten sind oft sinnvoll, müssen aber leider vom Patienten selbst bezahlt werden. Allerdings lohnt sich der finanzielle Aufwand meist. Anders sieht es bei der Elektrokrampftherapie aus. Diese Behandlung sollte der Patient nur bei besonders schweren Depressionen in Erwägung ziehen, wenn es keinen anderen Ausweg gibt.

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