Forschung

Aktuelle Erkenntnisse zur Forschung von DepressionenIn früheren Zeiten waren Depressionen schwer zu behandeln. Umso tröstlicher ist die Nachricht, dass die Krankheit ein wenig von ihrem Schrecken verliert, was beileibe nicht heißen soll, dass für alle Fälle von Depressionen endgültige Heilungen in Sicht sind. Aber die moderne Forschung sowie neue Medikamente bieten gegen diese Krankheit zunehmend verlässliche Therapien.

Die Wirkung von Antidepressiva ist erst nach einigen Wochen spürbar

So fanden deutsche Wissenschaftler heraus, dass ein hoher Ceramid-Wert, (das ist eine fettähnliche Substanz), eine Behinderung bei der Neubildung von Nervenzellen in bestimmten Hirn-Regionen verursacht. Genau diese Bereiche jedoch sind für die Entstehung von Depressionen mit verantwortlich. Die gute Nachricht in diesem Zusammenhang ist die, dass die meisten aktuell genutzten Antidepressiva den Ceramid-Spiegel als Bestandteil der Nebenwirkungen verringern. Dieser Effekt scheint, nach Aussagen von Experten, eine zentrale Rolle zu spielen, um wieder zu einer positiven Stimmung zu gelangen. Die Erklärung dafür, dass die Wirkung erst einige Wochen nach der Einnahme der Antidepressiva eintritt, sieht die Forschung in der Dauer begründet, die für die Leerung des Ceramid-Speichers im Gehirn benötigt wird.

Eine eventuelle Linderung der Beschwerden könnte mithilfe der Licht-Therapie eintreten

Der niederländische Wissenschaftler Dr. Ritsaert Lieverse vermutet, dass bei einer Depression auch die innere Uhr durcheinander kommt, und er geht davon aus, dass die Zufuhr von Licht diese Uhr wieder “in Takt” bringen könnte. Im Rahmen einer Licht-Therapie zeigte sich im Ergebnis, dass die Behandlung in ihrer Wirkung dem eines Medikaments gegen Depressionen gleichkam. Zur Erzielung eines positiven Effekts, so fand der Neuropsychologe heraus, reichen schon 30 Minuten direktes, tägliches Tageslicht aus. Die Alternative ist eine 30 minütige Bestrahlung mit einer normalen im Elektro-Fachhandel käuflichen UV-Therapie-Lampe sowie die Verabreichung von Magnesium. Dieser essentielle Mineralstoff, so belegen Studien, hat eine stimmungsaufhellende Wirkung.

Angeraten sind Therapien gegen Depressionen bereits im frühen Stadium

Sollten depressive Unpässlichkeiten länger als zwei Wochen bestehen, ist es empfehlenswert, dass Betroffene einen Arzt konsultieren. Je früher nämlich die aufgetretenen Beschwerden therapiert werden, desto besser sind natürlich auch die Heilungschancen. Denn gerade im Anfangs-Stadium versprechen Arzneien gute Möglichkeiten einer Heilung. Häufig verschreiben Ärzte hier sogenannte Trizyklische Medikamente zum Beispiel Clomipramin, ein Antidepressivum, das über mehrere Tage oder Wochen hinweg eingenommen werden muss. Pharmazeutika dieser Art beeinflussen einerseits die Produktion von stimmungsaufhellenden Botenstoffen wie beispielsweise Serotonin und senken andererseits den Ceramid-Spiegel. Nebenwirkungen wie etwa Benommenheit, Sehstörungen oder Herz-Kreislauf-Schwächen können auftreten. Obgleich die Wirksamkeit der Medikamente nach Einschätzungen der Ärzte hoch ist, raten sie dennoch oft bei Depressionen zu einer begleitenden Psychotherapie sowie zusätzlichen weiteren Maßnahmen.

Weitere neueste Erkenntnisse aus der Forschung im Zusammenhang mit an Depression erkrankten Personen:

Forschung: Zur Kompensation von Depressionen verändert sich die Struktur des Gehirns

Erst kürzlich wurden bei einer Studie, die die University of Southern California durchführte, strukturelle Anomalien in Form von Verdickungen des Kortex bei an Depression erkrankten Patienten entdeckt. Weiterhin fanden die Wissenschaftler heraus, dass diese Anomalien sich mit einer adäquaten Medikation wieder normalisierten. So konnte das von den Forschern Dr. Bradley S. Peterson und Dr. Ravi Bansal durchgeführte Experiment zum ersten Mal in einer kontrollierten Studie strukturelle Veränderungen im Kortex von Depressions-Betroffenen während einer Behandlung mit Medikamenten nachweisen und damit Belege für Prozesse liefern, die sich in Form anatomischer Neuroplastizität im menschlichen Gehirn abspielen. Diese Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift “Molecular Psychiatry” veröffentlicht wurden, legen die Vermutung nahe, dass diese Verdickungen eine neuroplastische, ausgleichende Reaktion ist, die dabei hilft, die Schwere depressiver Symptome zu reduzieren.

Denn generell haben Patienten, die nicht medikamentös eingestellt sind, einen dickeren Kortex. Wenn nun die Patienten mit Medikamenten behandelt werden, reduziert sich die Schwere der Symptome. Dies wiederum führt dazu, dass sich die Notwendigkeit für eine biologische Kompensation im Gehirn verringert, mit der Folge, dass der Kortex wieder dünner wird und die normalen Werte eines gesunden Menschen erreicht.

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