Kreative Therapien

Kreative TherapienEine Depression ist eine Krankheit, unter der die Betroffenen stark leiden. Sie haben Probleme, mit ihrer Umwelt in Kontakt zu treten und kapseln sich immer mehr ab. Viele Patienten bekommen Medikamente, die zwar oft wirken, das Problem aber nicht lösen. Besser ist Psychotherapie, um die Krankheit an ihrem Ansatz zu packen, doch häufig findet der Therapeut keinen Zugang zum Patienten.

Kreative Therapieverfahren können eine Lösung sein, denn sie bieten andere Ausdrucksformen. Dabei ist es wichtig, sich für die richtige Therapie zu entscheiden. Nicht jeder kann oder mag sich durch ein Bild oder Musik ausdrücken.

  • Kunsttherapie

Selbst bei Patienten, die mit dem Therapeuten gut kommunizieren können, bleiben viele Themen unausgesprochen. Manche seelischen Befindlichkeiten erschließen sich einfach nicht aus dem Wort.

Hier kommt das Therapieverfahren der Kunsttherapie ins Spiel. Durch die künstlerische Gestaltung kann sich der Patient besser ausdrücken und ein erfahrener Therapeut erkennt, was sich im Seelenleben des Patienten abspielt. Durch das Therapieverfahren entwickelt er Lösungsmöglichkeiten, entdeckt neue Fähigkeiten und offenbart dem Therapeuten seinen Blick auf die Welt.

Bei dem Therapieverfahren der Kunsttherapie gibt es verschieden Ansätze. So steht bei der Ausdrucksmalerei mit Gouachefarben das Malen selbst und nicht das Werk im Vordergrund. Zeichentests dienen der Diagnostik. Ein bekanntes Verfahren ist zum Beispiel der Tintenkleckstest. Der Vorteil bei diesem Therapieverfahren ist, dass ein anderer Zugang zur Depression gefunden wird. Nachteilig auf das Krankheitsbild kann sich dieses Therapieverfahren auswirken, wenn der Patient keine Lust hat zu malen und sich nicht dafür interessiert.

  • Musiktherapie

Bei dem Therapieverfahren Musiktherapie unterscheidet der Fachmann zwischen rezeptiver und aktiver Musiktherapie. Schon lange ist bekannt, dass Musik im Menschen die unterschiedlichsten Gefühle hervorrufen kann. Die Musik kommt entweder von einem Tonträger oder der Therapeut spielt sie live. Die letztere Therapieform stellt einen Übergang zur aktiven Musiktherapie dar, denn der Patient kann die Art der Darbietung beeinflussen.

Für depressive Patienten ist besonders die aktive Musiktherapie interessant, da dieses Therapieverfahren eine neue Ausdrucksmöglichkeit für den Patienten darstellt. Von Vorteil ist, dass der Patient keinerlei musikalische Ausbildung benötigt. Es geht nur darum, Töne wiederzugeben, die seinen Gefühlen entsprechen. Nachteilig ist, dass jeder Mensch anders auf bestimmte Töne reagiert und sich das Verhalten nicht immer vorhersagen lässt, was die Therapie erschweren kann.

  • Tanztherapie

Bei der Tanztherapie geht es nicht um einen Gesellschaftstanz, sondern einem frei improvisierten Tanz. Wie bei den anderen kreativen Therapieverfahren sollen sich durch die Tanzbewegungen Vorgänge des Unterbewusstseins ausdrücken.

Bei der Tanztherapie kommen drei Techniken zum Einsatz: Die Nachahmung, die Improvisation und die Gestaltung. Bei der Nachahmung ist besonders wichtig, wie der Patient auf die Bewegungsabläufe anderer Menschen reagiert, da das Aufschluss über seine Persönlichkeit gibt. Bei der Improvisation handelt es sich um Körperbewegungen, bei der sich das Unterbewusstsein über den Körper ausdrückt. Die Gestaltung stellt ein Mittelding dieser beiden Formen dar. Einerseits drückt der Tanz die Gefühle aus, andererseits erfolgt durch die Gestaltung eine Kontrolle der Bewegung.

Ein Nachteil bei diesem Therapieverfahren kann sein, dass der Patient ein Stück weit die Kontrolle aufgeben und sich den Impulsen aus dem Inneren hingeben muss. Nicht jeder ist dazu in der Lage.

Kostenübernahme kreativer Therapieverfahren

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei diese kreativen Therapieformen normalerweise nicht nicht die Kosten, wenn sie bei einem Therapeuten ambulant durchgeführt werden. Private Krankenversicherungen übernehmen je nach Vertrag manchmal die Kosten ganz oder teilweise. Vor dem Beginn einer Therapie muss aber auf jeden Fall ein Gespräch mit der Versicherung stattfinden.

Manche Therapeuten sind von der Krankenkasse zugelassen, behandeln aber teilweise auch mit den Therapieformen. In diesem Fall kann eine Kostenübernahme möglich sein, wenn die kreative Therapieverfahren Bestandteil einer zugelassenen Therapie sind.

Anders sieht es bei einem stationären Aufenthalt aus. Wenn der Patient aufgrund einer Depression in ein Krankenhaus eingewiesen wird, zahlen die Krankenkassen die Behandlung. Selbst wenn diese Elemente von kreativen Therapieformen enthält.

Fazit

Oft finden depressive Menschen keine Ausdrucksmöglichkeit über das Wort. Viele Prozesse laufen im Unterbewusstsein ab, sodass es dafür einfach keine Worte gibt. Musik, Malen oder Tanz bieten vielfältige Arten der Kommunikation, die weit über das gesprochene Wort hinausgehen. Der Patient bekommt einen tieferen Zugang zu seinen Gefühlen, was den Heilungsprozess beschleunigen kann.

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