Persönlichkeitsstörung als Auslöser

PersönlichkeitsstörungBei einer Persönlichkeitsstörung sind bestimmte Aspekte der eigenen Persönlichkeitsstruktur besonders stark ausgeprägt, unflexibel oder wenig angepasst. Dies schränkt die persönliche und soziale Funktions- und Leistungsfähigkeit ein.

Wie sich eine Persönlichkeitsstörung äußert

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Persönlichkeitsstörung ein tief verwurzeltes Verhaltensmuster, welches sich in starren Reaktionen auf wechselnde Lebenslagen zeigt. Dies bedeutet, dass eine Person mit einer Persönlichkeitsstörung in seinem Verhalten wenig flexibel ist.

Er reagiert deshalb in bestimmten Situationen immer wieder auf die gleiche Art und Weise, selbst wenn dies zu negativen Konsequenzen führt. Das bedeuetet, dass die Fähigkeit fehlt, aus Erfahrungen zu lernen und das eigene Verhalten zu korrigieren.

Verschiedene Formen der Persönlichkeitsstörung

Bei der Persönlichkeitsstörung (PS) werden folgende Formen unterschieden:

  • Paranoide PS:

Diese äußerst sich in einem generellen Mißtrauen und der ständigen Erwartung angegriffen oder verletzt zu werden. Das führt zu einer Überempfindlichkeit gegenüber Kritik und zu übertriebenen und unangemessene Reaktionen in Konflikten.

  • Schizoide PS:

Eine schizoide Persönlichkeit wirkt distanziert, gefühlsarm und an anderen Menschen desinteressiert. Sie lebt zurück gezogen, besitzt wenige Kontakte zu anderen Menschen.

  • Histrionische PS:

Eine histrionische Persönlichkeit ist stark auf äußere Zuwendung und Aufmerksamkeit angewiesen und sucht deshalb ständig nach der Anerkennung durch andere.

  • Narzisstische PS:

Eine narzisstische Persönlichkeit wirkt oftmals anspruchsvoll, arrogant oder überheblich, ist jedoch zugleich sehr empfindsam, verletzlich und kann schlecht mit Kritik umgehen.

  • Emotional instabile PS:

Hier unterscheidet man den impulsiven Typus, welcher durch emotionale Instabilität und eine mangelnde Impulskontrolle gekennzeichnet ist und den Borderline-Typus, welcher zusätzlich weitere Merkmale umfasst.

  • Dissoziale PS:

Eine dissoziale Persönlichkeit zeigt eine Neigung zu einem aggressivem Verhalten und zur Gewalttätigkeit. Sie ist leicht reizbar, impulsiv und besitzt eine geringe Frustrationstoleranz.

  • Selbstunsichere PS:

Eine selbstunsichere Persönlichkeit ist schüchtern, gehemmt und unsicher. Von ihren Freunden wird sie oft als Freund und Helfer geschätzt, da sie oftmals feinfühlig und rücksichtsvoll ist.

  • Dependente PS:

Eine dependente Persönlichkeit braucht immer jemanden, der sie unterstützt und ihr wichtige Entscheidungen abnimmt.

  • Zwanghafte PS:

Diese Persönlichkeit ist sehr ordentlich und korrekt und bemüht, keine Fehler zu machen. Ihre hohen Erwartunge auch anderen gegenüber führen zu zwischenmenschlichen Konflikten. Ihre Überkorrektheit und Unfähigkeit zur Arbeitsteilung kann zum Burnout führen.

Die Behandlung von einer durch eine Persönlichkeitsstörung ausgelösten Depression

Oftmals führt eine Persönlichkeitsstörung zu einer Depression. So kommen Personen mit einer histrionischen Persönlichkeitsstörung zumeist nicht wegen ihrer Persönlichkeitsauffälligkeiten in eine Therapie, sondern weil sie beispielsweise nach einer Trennung an einer depressiven Verstimmung leiden. Aber auch ängstlich-vermeidende und zwanghafte Persönlichkeiten erkranken häufiger in Folge ihrer PS an einer Depression. Aus diesem Grunde sollte eine Behandlung solch einer Depression immer auch die Behandlung der zugrunde liegenden Persönlichkeitsstörung einschließen.

Zur Behandlung bieten sich vorrangig psychotherapeutische Verfahren wie die kognitive Verhaltenstherapie, aber auch die tiefenpsychologische Psychotherapie und die analytische Psychotherapie an. Eine die Persönlichkeitsstörung begleitende Depression kann zudem medikamentös behandelt werden. Allerdings dienen Psychopharmaka lediglich zu einer Linderung von besonders schwerwiegenden Symptomen.

Eine vollständige Heilung ist bei einer Persönlichkeitsstörung selten möglich. Oft kann lediglich eine Reduzierung der Verhaltensauffälligkeiten erreicht werden. Ein Grund hierfür besteht darin, dass die besonderen Eigenschaften einer Persönlichkeitsstörung ebenfalls die Therapie erschweren. Lernen die Patienten aber ihre eigene Persönlichkeit besser zu verstehen und mit sich selbst umzugehen, so kann Depressionen vorgebeugt werden.

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