Risikofaktoren

RisikofaktorenDepressionen sind in unserer heutigen Gesellschaft weit verbreitet. Betroffen sein kann jeder – von der Hausfrau bis zur Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Doch welche Faktoren tragen zu einer Erkrankung bei? Gibt es bestimmte Risiken, die Depressionen begünstigen? Welche Rolle spielen einschneidende Lebensereignisse, Alter und Geschlecht, Erbanlagen, Stress, das Wetter und bestimmte Lebenssituationen? All dies sind Risikofaktoren, die Ursache oder Verstärker für eine Depression sein können.

Die Risikofaktoren als Auslöser einer Depression

Das Wort Depression stammt aus dem Lateinischen und bedeutet “herabziehen” oder auch “niederdrücken”. Es handelt sich um eine ernstzunehmende Erkrankung, die Menschen jeden Alters und jeder soziologischen Stellung betreffen kann. Eine Depression äußert sich in einer niedergedrückten Stimmungslage, die häufig zu einem sozialen Rückzug, Verlust des Selbstwertgefühls, allgemeiner Hoffnungslosigkeit und Antriebslosigkeit führt. Die Ausprägungen können stark variieren, ebenso wie die Ursachen.

  • Das Risiko bestimmter charakterlichen Prägungen

Wie Studien belegen, nehmen auch genetische Anlagen Einfluss auf eine spätere Erkrankung, Bei entsprechenden Untersuchungen von Familien, Zwillingen und Adoptivkindern konnte zwar kein bestimmtes Gen als Verursacher ausgemacht werden, doch besteht nachweislich ein Zusammenhang zwischen der eigenen Erkrankung und Vorerkrankungen in der Familie.

Besonders empfänglich für eine Depression sind Menschen, die sich nicht zutreffend in der Gesellschaft einordnen können. Mangelndes Selbstvertrauen und ständige Selbstzweifel gehören ebenso zu den Risikofaktoren, wie damit häufig einhergehende Sucht- oder Angsterkrankungen.

Wichtig ist es, andere um Hilfe bitten zu können, und in ein soziales Netz eingebettet zu sein. Fehlt der Rückhalt, und das Seelenleben gerät aus der Balance, droht eine Depression.

  • Einschneidende Lebensereignisse als Risikofaktoren

Für uns alle sind seelische Belastungen, wie der Tode eines geliebten Menschen, die Trennung von einem Lebenspartner, oder der Verlust des Arbeitsplatzes schwer zu ertragen. Die Kraft solche Krisen zu überwinden, findet man oft im Freundeskreis. Doch oft reicht dies nicht aus, um eine Depression zu vermeiden. Auch andauernde Belastungssituationen und traumatische Erlebnisse, sowie materielle Probleme und soziale Ausgrenzung (z.B. Mobbing) können Risikofaktoren für eine Erkrankung sein.

Bei zwei Dritteln aller depressiven Patienten liegt ein belastendes Ereignis in der Vergangenheit. Allerdings erkranken im Umkehrschluss nicht alle die von solchen Situationen betroffenen sind zwangsläufig an einer Depression. Es lässt sich aber feststellen, dass beruflicher Stress, Verlust eines Angehörigen durch den Tod, Konflikte in der Partnerschaft oder eine einschneidende Veränderung in den Lebensverhältnissen, wie eine Verrentung oder Arbeitslosigkeit, zu den Risikofaktoren als Auslöser für eine Depression zählen.

  • Lebensphasen, die eine Depression begünstigen

Neben den bereits erwähnten Einflüssen durch den Verlust des Arbeitsplatzes, können auch andere Lebenssituationen für eine depressive Erkrankung verantwortlich sein. Grundsätzlich können von einer Depression Menschen jeden Alters betroffen sein. Besonders häufig erkranken Menschen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Zunehmend lasen sich aber auch bei den 18 bis 25-Jährigen gesteigerte Risikofaktoren feststellen, da sie sich oft in einer Phase des Umbruchs und wichtiger Entscheidungen befinden.

Frauen unterliegen größeren hormonellen Schwankungen als Männer. Dies könnte die Ursache dafür sein, dass sie zwei- bis dreimal häufiger an einer Depression erkranken, als Männer. Frauen nach der Geburt leiden manchmal unter einer sogenannten postnatalen Depression. Vor der Periode kommt es zu einem prämenstruellen Syndrom und in den Wechseljahren wachsen die Risikofaktoren für eine Erkrankung ebenfalls stark an.

Das Bild könnte allerdings leicht verfälscht sein, denn Männer sprechen seltener über ihre Gefühle und nehmen weniger Hilfe in Anspruch. Durch die Erziehung zum “starken” Geschlecht, fällte es ihnen schwer, psychische Einflüsse ernst zu nehmen. Daher könnte die Dunkelziffer hier deutlich erhöht sein.

  • Das Wetter

In den kühleren Jahreszeiten lässt sich eine Erhöhung der Risikofaktoren feststellen. Der menschliche Körper benötigt Vitamin D, um den Haushalt der vom Gehirn ausgeschütteten Glückshormone in der Balance zu halten. Er bezieht einen Teil des Vitamins aus der UV- Strahlung.

Im Winter treten zehn Prozent mehr depressive Erkrankungen auf. Dunkelheit, trübes Wetter und eine weniger intensive Sonnenstrahlung äußern sich in vermehrter Lustlosigkeit, Müdigkeit und gesteigertem Appetit. Faktoren, von denen wir alle betroffen sind. Bei einigen führt die verringerte Aufnahme von Vitamin D zu einer sogenannten saisonalen Depression.

  • Weitere Risikofaktoren

Gesundheitliche Probleme, mangelnder Schlaf, fehlende materielle Sicherheit und verminderte soziale Kontakte gehören zu den Risikofaktoren, die eine Erkrankung begünstigen. Menschen die geschieden sind, oder getrennt leben erkranken häufiger an Depressionen. Ebenso Menschen, die in einer zerrüttenden Familie leben, oder wenig Freunde haben.

Das Auftreten mehrerer schwieriger Lebensereignisse begünstigt ebenfalls eine Depression. Auch ein unregelmäßiger Lebensrhythmus und wenig Schlaf übt sich negativ auf die seelische Gesundheit aus.

Depression – die Volkskrankheit

Depressionen ziehen sich quer durch alle Gesellschaftsschichten. Unsere Lebensumstände, die Anforderungen am Arbeitsplatz und die zunehmend schwindende soziale Vernetzung führen dazu, dass unsere seelischen Bedürfnisse nur unzureichend befriedigt werden. Der ständige Druck mitzuhalten und immer mehr erleben zu müssen, führt zu einer Überlastung des Körpers und der Psyche. Der Leitsatz “Weniger ist Mehr” findet auch hier durchaus Anwendung. Wer sich mehr Ruhephasen gönnt und seine sozialen Kompetenzen ausbaut, beugt einer Depression vor.

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