Tiefenpsychologische Psychotherapie

Tiefenpsychologische PsychotherapieEine Form der Psychotherapie ist die tiefenpsychologische Psychotherapie (TP). Sie basiert im Wesentlichen auf den Prinzipien und Theorien der Psychoanalyse und kommt bei verschiedenen psychischen Erkrankungen zum Einsatz, darunter auch bei Depressionen. Sie dauert in der Regel 50 Sitzungen, die üblicherweise 1-2 Mal pro Woche als Einzelgespräche stattfinden.

Was sind die Grundannahmen und Prinzipien der tiefenpsychologischen Psychotherapie?

Eine zentrale Grundannahme der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie ist, dass sich unbewusste psychische Vorgänge auf die psychische Gesundheit eines Menschen auswirken können. Diese unbewussten psychischen Vorgänge können sehr “tief” liegen (daher auch der Name der Therapieform) und aus der frühen Kindheit oder Jugend stammen.

Die Tiefenpsychologie versucht psychische Störungen zu behandeln, indem sie an unbewussten und/oder verdrängten Erfahrungen und/oder Konflikten ansetzt. Ihr geht es nicht zuerst um eine Verhaltensänderung, sondern um die Identifikation und Aufarbeitung der Ursachen der psychischen Probleme des Patienten.

Welche tiefenpsychologischen Verfahren gibt es?

Die tiefenpsychologische Psychotherapie ist nur eines von mehreren tiefenpsychologischen Verfahren, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. Varianten dieser Therapieform sind die tiefenpsychologische Gruppentherapie, die tiefenpsychologische Krisenintervention und die tiefenpsychologische Kurzzeittherapie. Unabhängig davon gibt es die klassische Psychoanalyse basierend auf den Lehren von Sigmund Freud und seinen Schülern, die ebenfalls zu den tiefenpsychologischen Verfahren gehört.

Wie kann eine tiefenpsychologische Psychotherapie bei Depressionen helfen?

Durch die intensive Beschäftigung mit unbewussten inneren Konflikten und deren Ursachen können diese besser bewältigt und die Symptome der Depression aufgelöst werden. Auch durch die Bewertung und das wiederholte Durchleben möglicher Probleme in aktuellen sozialen Beziehungen kann die tiefenpsychologische Psychotherapie dazu beitragen, diese Störungen aufzulösen.

Erst dann ist der Patient in der Lage, seine derzeitige psychische Situation zu ändern und die Depressionen auf diese Weise zu heilen.

Was sind die Vor- und Nachteile der tiefenpsychologischen Psychotherapie bei Depressionen?

Die tiefenpsychologische Psychotherapie hat den Vorteil, dass sie sich in erster Linie auf aktuelle Probleme bezieht, dabei aber die Vergangenheit ebenfalls berücksichtigt. Durch die intensive Beschäftigung mit der gegenwärtigen Lebenssituation und möglicher unbewusster innerer Konflikte kann der Patient seine Probleme besser verstehen und sie dann bewältigen.

Im Vergleich zu anderen Psychotherapien dauert die tiefenpsychologische Psychotherapie jedoch relativ lange. Außerdem vermittelt sie vergleichsweise wenig praktische Hilfe für den Alltag und leitet aus den gewonnenen Erkenntnissen auch selten konkrete Handlungsanleitungen ab.

Welche Schwierigkeiten können in der tiefenpsychologischen Behandlung von Depressionen auftreten?

Eine Voraussetzung der tiefenpsychologischen Psychotherapie ist, dass der Patient dazu bereit ist, sich sehr intensiv mit seinen eigenen Gefühlen, Erfahrungen, Beziehungen und Konflikten auseinanderzusetzen. Selbst wenn diese sehr schmerzhaft sind oder schon eine längere Zeit zurückliegen, können sie wichtig sein und müssen thematisiert werden.

Wenn Sie hierzu nicht bereit sind oder generell keinen Blick in Ihre eigene Vergangenheit zurückwerfen möchten, wird es vermutlich zu Problemen im Fortschritt der Therapie geben. Auch die zurückhaltende Art des Therapeuten oder seine Deutungen im Sinne innerer Konflikte können manche Patienten irritieren, ja sogar verärgern und zu innerem und äußerem Widerstand gegen Therapeut und Therapie führen.

Wie finde ich den richtigen tiefenpsychologischen Therapeuten?

Wenn Sie auf der Suche nach einem tiefenpsychologisch arbeitenden Psychotherapeuten sind, kann ein Blick ins Branchenbuch ebenso hilfreich sein wie die Kontaktaufnahme mit der Krankenversicherung. Darüber hinaus gibt es auch diverse Onlineportale und Datenbanken, in denen – meist nach Postleitzahl oder Bundesland sortiert – tiefenpsychologische Psychotherapeuten aufgelistet sind.

Bei der Auswahl sollten Sie unbedingt darauf achten, dass der Therapeut die notwendigen Qualifikationen besitzt, um seine Leistungen über die Krankenkassen abrechnen zu dürfen. Nur dann übernimmt die Versicherung auch die Kosten für die Behandlung. Haben Sie sich für einen Therapeuten entschieden, ist es wichtig, dass die Chemie stimmt. Nur wenn ein Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Therapeut entstehen kann, hat die Therapie eine Chance auf Erfolg.

Wer übernimmt die Kosten für eine tiefenpsychologische Psychotherapie bei Depressionen?

Da es sich bei der tiefenpsychologischen Psychotherapie um ein von den Krankenkassen anerkanntes Behandlungskonzept handelt, übernimmt sie auch die Kosten für eine solche Therapie. Je nach Therapievariante zahlt die Krankenkasse 25 Sitzungen wie bei der tiefenpsychologischen Kurzzeittherapie oder bis zu 300 Stunden wie bei der klassischen Psychoanalyse.

Bei Privatversicherten hängt die Kostenübernahme von der jeweiligen Versicherung und dem gewählten Tarif ab. Während manche Versicherungen automatisch eine bestimmte Anzahl an Sitzungen in der tiefenpsychologischen Psychotherapie bei Depressionen bezahlen, verlangen andere vor der Zusage einer Kostenübernahme ein entsprechendes Gutachten.

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