Trauma als Auslöser

TraumaBei einer Posttraumatischen Belastungsstörung, kurz PTBS, handelt es sich um eine psychische Reaktion, die verzögert auf ein belastendes Ereignis zurückzuführen ist. Dies können Bedrohungen, Katastrophen oder Situationen im bedrohlichen Ausmaß sein.

PTBS macht sich oft erst Jahre später bemerkbar

Eine posttraumatische Belastungsstörung tritt in einigen Fällen erst Jahre später ein, wenn ein sogenannter Trigger Moment, an das Ereignis erinnert. Dieser Trigger Moment kann eine völlig unbewusste Wahrnehmung sein, die an die belastende Situation erinnert.

Zu PTBS führen verschiedene Situationen, die der Betroffene entweder in seiner Kindheit oder bereits als Erwachsener erlebte. Dazu zählen beispielsweise Naturkatastrophen, schwere Unfälle, schlimme Gewaltverbrechen oder physische und psychische Misshandlungen. Nicht immer handelt es sich um ein einmaliges Ereignis, manchmal hält die belastende Erfahrung auch über längere Zeit an. Jene Situationen wo Betroffene jegliche Kontrolle verlieren und hilflos ihren Schicksal ausgesetzt sind, die ihr Leben bedrohen, sind für posttraumatische Belastungsstörungen verantwortlich.

Es gibt spezielle Trigger Momente, die PTBS auslösen. Manche erleben diesen Zustand, wenn sie an den besagten Ort zurückkehren oder mit bestimmten Situationen konfrontiert werden, die an den Vorfall erinnern. Kleine Reize, Gerüche, Geräusche oder Gesten sorgen immer wieder dafür, dass der Betroffene im Hier und Jetzt daran erinnert wird. Viele werden ständig von Alpträumen verfolgt, leiden an Schlafstörungen und dissoziativen Zuständen und werden die Situation scheinbar nicht los, so sehr sie sich dies wünschen.

Wie äußert sich ein Trauma?

Betroffene die von einer posttraumatischen Belastungsstörung eingeholt werden, leiden häufig an Schweißausbrüchen, Atemnot, starken Herzklopfen, körperlichen Schmerzen und Zittern. Bei solchen Symptomen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um organische Krankheiten auszuschließen. Falls es sich um keinerlei organische Probleme handelt, werden Betroffene zum Therapeuten oder Psychiater überwiesen.

Tipp: Mit der Diagnose Posttraumatische Belastungsstörung unbedingt zu einem Traumatherapeuten gehen, da ein Trauma eine spezielle und vorsichtige Behandlung erfordert und die Therapeuten mehr Erfahrung im Umgang mit traumatisierten Patienten haben.

Was sind die Folgen eines Traumas?

Je nach Ausmaß des Traumas kann es vorkommen, dass der Betroffene Sozialkontakte einschränkt, und teilweise nicht mehr sein Haus verlässt. Wer beispielsweise in eine Schießerei in einem Supermarkt geriet und dabei verletzt wurde, hat in Folge Respekt vor Supermärkten. Personen die vergewaltigt oder missbraucht wurden, fehlt häufig das Vertrauen in anderen Menschen und lassen sich schwer auf eine Partnerschaft ein. Die eigene Lebensqualität wird eingeschränkt, viele können ihren Job nicht mehr nachgehen, wenn beispielsweise etwas auf der Arbeit passierte.

Schlafstörungen sorgen für ständige Müdigkeit und Konzentrationsschwächen. Durch die ständigen Flashbacks, Angstattacken und Alpträume, verfallen viele Betroffene in Depressionen. Diese kommen meist dann zustande, wenn in verschiedene Lebensbereiche nichts mehr klappen mag. Beispielsweise wünscht sich der Betroffene einen Partner, weil er Einsamkeit verspürt, kann im gleichen Atemzug aber niemand an sich ran lassen. Es entsteht ein Teufelskreis, aus dem scheinbar kein Entkommen möglich ist.

Lässt sich ein Trauma oder Depressionen heilen?

Wer an ständigen Depressionen und einem bestehenden Trauma leidet, sollte auf jeden Fall eine Therapie in Anspruch nehmen. Hier genügen Ratschläge wie “Liebe dich selbst” einfach nicht mehr.

In der ersten Therapie-Phase erfolgt die Stabilisierung. Der Therapeut bringt dem Patienten Entspannungstechniken näher, er sorgt dafür, dass er die Kontrolle über die Gefühle wieder zurück erlangt. In schlimmen Fällen werden auch Medikamente eingesetzt, um die Depressionen zu mindern. In der zweiten Phase geht es darum, das Trauma zu überwinden. In dieser kann der Patient seine Gefühle wieder lenken und selbstständig unter Kontrolle bringen. Der Therapeut konfrontiert den Betroffenen vorsichtig und langsam mit Bildern, sodass dieser im geschützten Raum, von seinem Trauma los kommt.

Die Heilungschancen sind unterschiedlich ausgeprägt. Zwar kann niemand posttraumatischen Belastungsstörungen vorbeugen, jedoch lohnt sich eine frühzeitige Betreuung. Deswegen gibt es für Betroffene und Angehörige nach Katastrophen meisten Soforthilfe, die schlimmeres verhindert. Kinder, die belastenden Situationen über einen längeren Zeitraum ausgesetzt waren, sollten frühzeitig eine Therapie beginnen, um die Seele vor dem Ausbruch der späteren Symptome zu heilen.

Oftmals wird unterschätzt, weche Situationen im Leben eines Kindes zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung führen können. Die psychische Belastungsgrenze unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und so ist auch die Heilung individuell von der Persönlichkeit eines Menschens abhängig.

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