Verhaltenstherapie

VerhaltenstherapieDieses Therapieverfahren dient dem “Verlernen” von problematischem Verhalten. Der Kerngedanke der Therapieform besteht darin, dass jedes Verhalten einmal erlernt wurde und deshalb, wenn es zu Problemen führen sollte, auch wieder verlernt werden kann, beziehungsweise neue, passendere Verhaltensmuster erlernt werden können.

Wie eine moderne Verhaltenstherapie funktioniert

Seit ihrer einstigen Entstehung in den USA wurde die Verhaltenstherapie in vielerlei Hinsicht weiterentwickelt. Insbesondere wurde ihr Fokus durch die Aufnahme kognitiver Elemente über das reine Verhalten hinaus um das Erleben sowie die Gedanken und Gefühle des Betroffenen erweitert.

Zu den typischen Elementen einer Verhaltenstherapie gehören Problem- und Bedingungsanalysen zur genauen Diagnose und Klärung eines Problems. Es wird ziel- und lösungsorientiert gearbeitet.

Bei Depressionen ist eine kognitive Verhaltenstherapie in den meisten Fällen am wirksamsten. Ihr Ziel besteht darin, dass der Erkrankte Verhaltensweisen, welche die Depression mit verursachen, mithilfe von Gesprächen, Übungen und neuen Einsichten verändern kann. Negative Gedanken und Einstellungen werden immer wieder hinterfragt und auf ihre Richtigkeit überprüft. Daraufhin versuchen Patient und Therapeut Alternativen zu entwickeln, die sich der Patient immer wieder vor Augen führen muss.

Schwierigkeiten, die bei einer Verhaltenstherapie auftreten können

Wenn ein Patient mehr an der Erkenntnis von Problemen, als an konkreten Veränderungen interessiert ist, so bietet sich statt einer Verhaltenstherapie eher eine psychoanalytische Therapie an. Auch wenn ein Patient Schwierigkeiten mit der Philosophie der “kleinen Schritte” hat, ist zu überlegen, ob dies die beste Therapieform für ihn ist.

Tritt dahingegen eine Überforderung – beispielsweise mit bestimmten Übungen – auf, so ist mit dem Therapeuten zu klären, ob dies gewollt ist oder ob die Therapie noch stärker an die Bedürfnisse des Erkrankten angepasst werden sollte. Zuletzt sollte ein Patient auch überlegen, ob er die im Rahmen dieser Therapieform üblichen Vereinbarungen einhalten will und kann.

Wie finde ich den richtigen Verhaltenstherapeuten für mich?

Wenn ein Patient die Verhaltenstherapie als die für ihn passende Methode ausgewählt hat, dann hat dies schon einmal den großen Vorteil, dass diese neben der psychoanalytischen Psychotherapie die einzige Therapieform ist, die von den Krankenkassen auf jeden Fall bezahlt wird.

Doch kann jede Form der Psychotherapie nur dann funktionieren, wenn die menschliche Beziehung zwischen dem Patienten und dem Therapeuten stimmt. Um dem Therapeuten vertrauen zu können, muss sich ein Klient bei ihm gut aufgehoben und respektiert fühlen. Um den für einen selbst passenden Therapeuten zu finden, ist deshalb unbedingt ein Vorgespräch – oder noch besser eine Probesitzung – zum persönlichen Kennenlernen notwendig.

Fazit

Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine sehr praxisorientierte Therapieform, deren Wirksamkeit bei Depressionen sehr gut erprobt ist. Voraussetzung für ihr Gelingen ist jedoch die Sympathie des Patienten für solch einen lösungsorientierten Ansatz und das Finden eines passenden Therapeuten, zu dem er Vertrauen fassen kann.

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