Vor- und Nachsorge

NachsorgeEine Depression hat wenig mit normaler Traurigkeit zu tun. Wer kaum aus dem Bett kommt, lustlos ist und kaum seinen Tätigkeiten nachkommen kann, leidet mit großer Wahrscheinlichkeit unter einer Depression. Oft lässt sich diese Krankheit zu Hause mit einem Psychotherapeuten behandeln.

Falls die Beschwerden aber größer werden und Sie kein normales Leben mehr führen können, sollten Sie über einen stationären Aufenthalt nachdenken. Ein verantwortungsbewusster Arzt wird Sie auf diese Möglichkeit hinweisen, wenn seine Behandlung keine Wirkung zeigt.

1. Wie finde ich die richtige Klinik

Wichtig ist zunächst das Gespräch mit dem Arzt. Er kennt die Erkrankung genau und weiß, welche Klinik das beste Behandlungskonzept bietet. Die meisten Kliniken fokussieren nicht auf eine Therapie, sondern bieten dem Patienten eine ganze Reihe von Optionen.

Wenn der Arzt keine geeignete Klinik nennen kann, ist es sinnvoll, die Symptome in Google einzugeben und anhand dieser Angaben nach einer passenden Klinik suchen. Hilfreich sind manchmal auch die Kommentare in Foren ehemaliger Patienten. Der Patient kann sich dadurch ein gutes Bild von dem Krankenhaus machen.

2. Was muss ich vor dem stationären Aufenthalt beachten?

Falls Sie vor dem stationären Aufenthalt noch arbeiten, sollten Sie dafür sorgen, dass Sie möglichst eine Woche zuvor schon krankgeschrieben werden. So können sie ein wenig zur Ruhe kommen und sich auf die Zeit vorbereiten. Wichtig ist, dass sie sich eine Checkliste erstellen, was sie alles benötigen. Nicht nur Wäsche, sondern auch Bücher, das Smartphone mit ihrer Lieblingsmusik und andere persönliche Dinge. In einer psychiatrischen Klinik tragen Sie normale Kleidung, also keinen Schlafanzug. Nehmen Sie also einige Kleidungsstücke mehr mit.

Informieren Sie sich am besten im Vorfeld genau über das Klinikum, ob sie dort die Wäsche waschen können, welche Einkaufsmöglichkeiten es gibt und ob bestimmte Freizeiteinrichtungen vorhanden sind.

3. Die Nachsorge nach dem stationären Aufenthalt

Nach einem mehrwöchigen Klinikaufenthalt geht es Ihnen meist deutlich besser als zuvor. Die ersten Tage nach dem Klinikaufenthalt sind ausschlaggebend. In der Klinik haben Sie einen geregelten Tagesablauf, der zu Hause wieder fehlt. Versuchen Sie auch für zu Hause ein bestimmtes Programm, das Ihnen gut tut, einzuhalten. Erarbeiten Sie am besten noch im Klinikum mit Ihrem Therapeuten eine genaue Liste, über Ihren zukünftigen Tagesablauf. Planen Sie Entspannungsübungen und sportliche Aktivitäten bewusst ein.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Nachsorge sind andere Menschen. Im Klinikum hatten Sie andere Patienten, die sie unterstützten und mit denen Sie reden konnten. Das fällt zu Hause häufig weg. Wenn Sie einen Partner haben, der sie unterstützt, ist es optimal. Falls nicht, müssen Sie im Rahmen der Nachsorge einen Plan entwerfen, damit Sie nicht wieder in die Einsamkeit zurückfallen.

Zur Nachsorge gehört auch, besonders auf sich zu achten und Anzeichen einer Depression ernst zu nehmen. Sollte es Ihnen wieder schlechter gehen, suchen Sie so schnell wie möglich Ihren Arzt auf. Frühe Anzeichen einer Depression sind zum Beispiel, Freudlosigkeit und zunehmende Antriebslosigkeit. Schämen Sie sich nicht erneut Ihren Arzt um Hilfe zu bitten, sondern handeln Sie schnellstmöglich.

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